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Konzept für eine mandantenfähige Kubernetes Plattform

BISON Group•

“Mit der neuen Kubernetes-Plattform schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für Entwicklung und Betrieb. Sie hilft uns, Anwendungen künftig schneller, sicherer und standardisierter bereitzustellen, und eröffnet Raum für weitere Automatisierung. Entscheidend für diesen Fortschritt war die herausragende Zusammenarbeit zwischen Projektteam, Bison-Fachbereichen, Peak Scale und bespinian.”

Vittorio Clerici, Projektleiter IT-Infrastruktur

Kunde

Die BISON Group ist eine führende Schweizer Anbieterin von ERP-, Retail- und Cloud-Lösungen für Unternehmen aus Handel, Produktion und Landwirtschaft. Bison mit Hauptsitz in Sursee (CH) gehört zur fenaco Genossenschaft und betreibt geschäftskritische Software für zahlreiche Kunden – zunehmend als Cloud-Services.

Hintergrund

Über die Zeit entstanden bei Bison mehrere Single-Tenant-Kubernetes-Cluster in GCP, Azure und On-Prem, oft mit geringer Auslastung. Die Fragmentierung erhöhte Komplexität und Betriebsaufwand, während Automatisierung und Self-Service fehlten. Standardisierte Observability und Kosten-Transparenz waren unzureichend, obwohl parallel die Nachfrage stark wuchs, weitere Kubernetes-basierte Services in der Cloud produktiv zu setzen. Bison entschied deshalb, ein umfassendes Konzept für eine moderne Multi-Tenant-Kubernetes-Plattform zu erarbeiten.

Projektziel

Ziel des Projekts war die Entwicklung eines ganzheitlichen, strategischen Konzepts für den Aufbau einer skalierbaren und zukunftssicheren Kubernetes-Multi-Tenant-Plattform auf Basis von GKE. Das Konzept definiert die technische Zielarchitektur, die Automatisierungs- und Betriebsprozesse sowie organisatorische Rahmenbedingungen für den zukünftigen Plattformbetrieb. Es dient als verbindliche Grundlage für die anschliessende Umsetzungsphase, deren erster Meilenstein der Plattformzugang für den Webshop einer Schweizer Agrargenossenschaft sein wird.

bespinians Rolle

bespinian arbeitete eng mit dem langjährigen Partner Peak Scale zusammen und setzte als Projektteam die Konzeptvorhaben mit folgenden Schwerpunkten um:

Strategische Zielarchitektur und Multi-Tenancy

Das Projektteam entwickelte gemeinsam die Zielarchitektur der Multi-Tenant-Plattform. Dazu gehörte die Definition von Infrastruktur- und Workload-Clustern. Das im Konzept beschriebene Architekturmodell sieht eine zentrale Argo-CD-Instanz vor. Diese Instanz verwaltet vom Infrastruktur-Cluster aus alle Argo-CD-Instanzen auf den Workload-Clustern. Die Mandantentrennung auf den Workload-Clusters wird mit Capsule umgesetzt. Applikationen der Mandanten werden mit Crossplane und Argo CD bereitgestellt. Zusätzlich bildet Crossplane die Basis für zukünftige Self-Service-Angebote der Multi-Tenant-Plattform.

Automatisierung und GitOps

Im Rahmen der Konzeptarbeit definierte das Projektteam das GitOps-Betriebsmodell der künftigen Plattform. Ein zentraler Bestandteil ist der kaskadierte Einsatz von Argo CD: Eine übergeordnete Argo-CD-Instanz auf dem Infrastruktur-Cluster steuert die Konfiguration von Argo-CD-Instanzen auf den Workload-Clustern. Diese wiederum verwalten die Mandanten und ihre Applikationen. Dieser mehrstufige Ansatz ermöglicht eine saubere Trennung zwischen Plattform- und Applikationsebene und stellt sicher, dass Änderungen kontrolliert, nachvollziehbar und vollständig automatisiert ausgerollt werden können.

Observability und Connectivity

Das Projektteam definierte im Konzept einen konsistenten Ansatz für Monitoring, Logging und Tracing. Auf Basis von Grafana Cloud wurde ein Observability-Design ausgearbeitet, das sowohl eine klare Strukturierung nach Teams und Mandanten ermöglicht. Zudem erarbeitete das Projektteam eine Konnektivitätsarchitektur, die Cilium als CNI- und Gateway-API-Implementierung einsetzt und sich nahtlos in das bestehende Netzwerkdesign auf Basis von F5 XC Cloud integriert. Diese Architektur ermöglicht eine klare Trennung der Verantwortung zwischen dem Plattform- und den Entwickler:innen-Teams.

Identity, Security und Secrets

Ein weiterer Schwerpunkt der Konzeptarbeit lag auf den Themen Authentifizierung, Autorisierung und Secrets-Verwaltung. Das Projektteam konzipierte ein rollenbasiertes Zugriffsmodell auf Basis von Entra ID, das im Konzept beschrieben und über Terraform und GitOps automatisierbar gestaltet ist. Darüber hinaus enthält das Konzept den Vorschlag, OpenBao als zentralen Secret-Store zu verwenden und diesen über den External Secrets Operator in die Plattform zu integrieren.

Bestellprozess und FinOps

Das Projektteam beschrieb im Konzept, wie ServiceNow als Ausgangspunkt für Bereitstellungsprozesse genutzt werden und mit Crossplane kombiniert werden kann. Zudem definierte das Team die künftige Integration von Billing- und FinOps-Mechanismen auf Basis von IBM Cloudability, um eine transparente Ressourcennutzung und Kostenweiterverrechnung sicherzustellen.

Betrieb und Organisation

Neben den technischen Aspekten widmete sich das Projektteam der organisatorischen Verankerung der Plattform. Das Projektteam erarbeitete ein Betriebs- und Organisationsmodell, das verschiedene Ansätze für Betrieb und Weiterentwicklung aufzeigt. Das Konzept beschreibt eine agile Vorgehensweise in Product Increments mit klaren Verantwortlichkeiten und Entscheidungswegen. Es legt damit die organisatorische Grundlage für eine nachhaltige Umsetzung und Weiterentwicklung der künftigen Plattform und ihrer Services.

Verwendete Technologien

  • Google Kubernetes Engine
  • Capsule
  • Crossplane
  • Argo CD
  • Terraform
  • Grafana Cloud
  • Cilium
  • Entra ID
  • OpenBao
  • External Secrets Operator
  • Artifactory

Wichtigste Resultate

  • Ganzheitliches Konzept für eine skalierbare Multi-Tenant-Kubernetes-Plattform auf GKE erarbeitet
  • Verbindliche technische Zielarchitektur inkl. Automatisierungs- und Betriebsprozessen definiert
  • Organisatorische Rahmenbedingungen für den künftigen Plattformbetrieb geschaffen

28. September 2026